Max von Düring fragt: Quo vadis, Mann?

Max von Düring fragt: Quo vadis, Mann?

Max von Düring fragt: Quo vadis, Mann?

Essay von Max von Düring in der Sommer-Ausgabe der FÜNFZIG+ life. Hier ein kleiner Auszug:

Der Blick in die Vergangenheit hilft: In den 30er- und 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts „brauchte“ die Gesellschaft Soldaten. Jungs träumten vom Krieg, dem großen Abenteuer, gingen als junge Männer von zu Hause weg und kamen schwer traumatisiert zurück oder ließen ihr Leben für ein sinnloses Unterfangen verirrter Demagogen. Das Verbrechen an den Seelen der Menschen und deren Leid haben heutige Enkelgeneration immer noch zu tragen. In den 50er-Jahren sehen wir den pflichtbewussten Mann. In den 80ern kommt das Macho sein wieder in Mode, in den 90ern starten die Softies als verständnisvolle Zuhörer mit Schmalzlocke die Gegenbewegung. Und heute? Fernab von jeglichen Rollenbildern sucht der Mann noch immer nach seinem Platz im Leben auf diesem Planeten. Und scheitert doch in so vielen Bereichen. Die Gefängnisse: 90 % Männer. Die Spielhallen: voller Süchtiger. Die Selbstmordrate: Bei Männern deutlich höher als bei Frauen. Quo vadis, Mann?

Ich beobachte seit über zehn Jahren als Berater für männliche Führungskräfte, dass sich viele Männer in eine Sackgasse manövriert haben. Sie haben ihr Leben auf eine bestimmte Formel hin ausgerichtet. Diese lautet: TUN – HABEN – SEIN. Dazu einige Gedanken: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, es geht hier viel um das TUN, zahlreiche Männer (auch Frauen!) definieren ihren Selbstwert darüber („Schau, was ich geleistet habe.“). In Small Talks fragen das die Deutschen gerne: „Und, was machst Du beruflich?“ Es geht also viel darum, was der andere macht. Die Schlussfolgerung ist dann oft so: Ich muss viel TUN, dann kann ich mir etwas leisten und dann habe ich mir etwas erarbeitet: Ein Eigenheim, einen schicken Sportwagen, den Doktortitel, den Bereichsleiter auf der Visitenkarte… Das ist das Haben. Haben bedeutet im Denken dieser Menschen, ein echtes Mitglied der Gesellschaft zu sein: Ich bin anerkannt, habe sozusagen die Urkunde in der Hand, dass ich jetzt dazugehöre. Und dann kann ich zufrieden sein.

Sie spüren es wahrscheinlich schon selber, diese Lebensformel will irgendwie nicht aufgehen. Sie klingt nach „Wenn ich erstmal…, ja dann…“. Bei diesem Denken spielt sich das eigene Leben in der Zukunft ab und erscheint schwer und langwierig beim Blick in die Vergangenheit („wie lange denn noch…“). Die Gegenwart wird als Dimension nahezu ausgeblendet. Was folgt, ist der Verlust von situativem Erleben. Es fehlt die Hingabe für den Moment, es mangelt an echtem Wahrnehmen dessen, was um einen ist. Jungs und junge Männer haben es hier schwer – sie brauchen Begleitung und Orientierung von erfahrenen, gereiften Männern, die einen gelingenden Weg weisen können. Von großen Vätern, die nun selber Großväter sind und die Herausforderungen des Jungseins, des Vaterseins erfahren und gemeistert haben. Von denen aus ein Segen geht und die als Mentoren junge Männer im Berufsleben befähigen, in ihre Stärke zu wachsen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie entweder in unserer Printausgabe, die derzeit in der Region an über 300 Stellen ausliegt oder Sie nutzen unsere Onlie-Ausgabe (gelber Button). Viel Spaß beim Lesen!

Foto: Mirko Phla

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